Fussball in Istein vor dem 2. Weltkrieg
Als nach der Jahrhundertwende eine in England entstandene neuartige Sportart, das Fussballspiel langsam aber sicher auch auf dem europäischen Festland immer mehr Anhänger fand, hatte man im stillen Reb- und Fischerdörfchen Istein sicher andere Sorgen, als einer Lederkugel nachzurennen und diese mit den Füßen zu taktieren. Trotzdem hatte man aus den Städten Basel, Lörrach oder Freiburg schon etwas vom “Kicken” gehört und vermutlich gab es auch in Istein ein paar Buben, die in jener Zeit dann und wann einem Ball nachjagten, auch wenn dieser nur aus Lappen oder Lumpen zusammengeflickt war. Erste ernsthafte Begegnungen mit dem Fussballspiel sollten einige junge Isteiner Männer in England erfahren, wo sie während ihrer Kriegsgefangenschaft mit diesem Sport bekannt wurden, sich mit seinen Regeln vertraut machen und ihn selber ausüben konnten. Was lag näher, als nach der Rückkehr in die Heimat das ihnen lieb gewonnene Fussballspiel auch hier aufzunehmen und zu Pflegen.
Die Vereinsgründung 1920
Im April 1920 trafen sich im Gasthaus “Rebstock” eine Anzahl dieser fussballbegeisterten jungen Männer, um den “Fussballclub Istein ” zu gründen. Als Gründungsmitglieder werden genannt:
- Josef Billich,
- Josef Brändlin,
- Otto Brändlin,
- Peter Brändlin,
- Franz Bollinger,
- Robert Däschle,
- Leo Flury,
- Otto Flury,
- Arthur Mouttet,
- Fritz Müller,
- Otto Schmid,
- Albert Wäherer,
- und Fritz Wunderlin.
Zum ersten Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins wurde Josef Brändlin gewählt. Das folgende Bild zeigt die noch lebenden Gründungsmitglieder am 50jährigen Jubiläum 1970.
Von hinten link : Otto Brändlin, Josef Billich, Fritz Müller, Otto Flury, Fritz Wunderlin
vorne: Peter Brändlin, Robert Däschle, Leo Flury, Josef Brändlin, Albert Weber, Franz Bollinger
Die Mannschaft spielte in gelb-schwarz gestreiften Trikots und schwarzen Hosen. Das erste Spielfeld wurde im Gewann “Totengrien”, einen durch die Rheinregulierung trockengelegten Altwasserarm geschaffen. Da
dieser Platz in starken Regenzeiten und bei Hochwasser des Rheins immer wieder überflutet wurde, war der Verein gezwungen, einen neuen Platz herzurichten. Da kostbares Wiesen- oder Ackerland in der Notzeit nach dem 1. Weltkrieg nicht in frage kam, wurde dem FC Istein von der Gemeinde die aus dem Kriege 1914/18 stammende Reitbahn “Im Wörth” zur Verfügung gestellt. Im April 1921 ging man mit Pickeln und Spitzhacken
an die Arbeit und schon im Sommer des selben Jahres war nach harter Arbeit ein bespielbarer Platz entstanden. Zur Einweihung des Platzes wurde erstmals in Istein ein Fussballturnier durchgeführt, welches der FC Friedlingen gewann.
Bei den ersten Wettspielen hatte sich bestimmt eine mit den Spielregeln mehr oder weniger vertraute Zuschauerschaft eingefunden. Rasch erfreute sich das Fussballspiel derart großer Beleibtheit, dass schon bald drei Mannschaften aufgestellt werden konnten. Auch um den Nachwuchs war es gut bestellt: 1924/25 nahm eine Schülermannschaft das Training auf. Die reguläre Abwicklung des Spielbetriebs war alles andere als einfach. Zu den Auswärtsspielen ging man zu Fuß, für weitere Entfernungen benutzte man das Fahrrad, Pferdefuhrwerke oder die Eisenbahn. Wenn man viel Glück hatte, stand auch mal eine Pritsche eines Lastwagens zum Transport der Spieler zur Verfügung. Begeisterte Fussballfreunde nahmen oft stundenlange Fußmärsche in Kauf, um das eine oder andere Spiel der Isteiner anzusehen.
1. Vorsitzende 1920 – heute
| 1920 – 1930 | Brändlin Josef
Mouttet Arthur Wunderlin Fritz Zettler Josef Weber Willi |
| 1930 – 1938 | Schmid Otto |
| 1939 | Flury Alfred |
| 1946 – 1948 | Flury Alfred |
| 1948 – 1950 | Trimpin Karl |
| 1950 – 1954 | Wunderlin Wilhelm |
| 1954 – 1957 | Michl Konrad |
| 1957 – 1958 | Zimmermann Karl |
| 1958 – 1965 | Rabus Walter |
| 1965 – 1966 | Schneider Helmut |
| 1966 – 1969 | Trimpin Hans |
| 1969 – 1971 | Maurer Rudolf |
| 1971 – 1975 | Ernst Willi |
| 1975 – 1976 | Schneider Helmut |
| 1976 – 1981 | Brändlin Hermann |
| 1981 – 1987 | Geiger Klaus |
| 1987 – 1990 | Däschle Peter |
| seit 1990 | Hans-Martin Hanke |
Meilensteine der Vereinsgeschichte
| 1920 | Gründung des FC Istein |
| 1921 | Platzneubau “Im Wörth” |
| 1939 | Platzneubau am Hochwasserdamm |
| 1946 | Neugründung des “Sportverein Istein” |
| 1962 | Gründung der Frauenturnabteilung |
| 1965 | Einführung des Mädchenturnens |
| 1966 – 1969 | Sportplatz und Vereinsheim-Neubau |
| 1970 | 50-jähriges Jubiläum |
| 1971 | Einführung des Bubenturnens |
| 1972 | 1. Chlimsefescht |
| 1973 | Der Sportverein wird e.V. |
| 1973 | 1. Chlotzefescht |
| 1979 – 1980 | Bau des Tennisplatzes |
| 1979 | Gründung der Tennisabteilung |
| 1983 | Turnabteilung dem MHTG angeschlossen |
| 1984 – 1986 | Trainingsplatz und Materiallager gebaut |
| 1985 | Erneuerung der Vereinssatzung |
| 1989 | 850-Jahrsfeier Isteins mit Chlimsefescht |
| 1990 | Einrichtung von Kunstturnfördergruppen für Kinder |
| 1992 | Jugendsatzung eingeführt |
| 1993 | SVI kauft das Vereinsheim |
| 2000 | Tennisplätze erneuert |
| 2002 | Erneuerung der Vereinssatzung |
| 2003 – 2004 | Bau der “Allianz” Kunstturnhalle |
| 2009 – 2010 | Bau eines Hartplatzes anstelle des Rindenplatzes |
Mehr über den SV Istein gibt es in der Chronik die zum 75jährigen Jubiläum 1995 erschienen ist. Diese kann über info@sv-istein.de für 5 € bestellt werden.
